Seit 60 Jahren im Ehrenamt unterwegs

von Wasserfreunde Redaktion (Kommentare: 0)

Jochen Marrack vom SV Wasserfreunde beim Start eines Rennens im Marienbad. Foto: Marcus Alert

Brandenburg/H. Ohne Ehrenamt geht es bei Jochen Marrack scheinbar überhaupt nicht. Bereits mit 16 Jahren wurde er von Walter Ulbricht zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Am Rande der Veranstaltung gab es für den jungen Marrack eine Urkunde und 300 Mark, die in Westberlin sofort in neue Schuhe umgesetzt wurden. Der aktive Schwimmer hatte in den Sommerferien im Freibad in Ziesar Landkindern ehrenamtlich das Schwimmen beigebracht. Einige Jahre später gab es aus den Händen des Brandenburger Bürgermeisters Max Herm die Aufbau-Nadel in Gold. Marrack hatte in 1000 Aufbaustunden mit dazu beigetragen, dass am Rande des Marienbades eine Turnhalle und ein Flachbau für die benachbarte Schule entstanden.

Bereits im Jahre 1951 hatte sich der gebürtige Neuköllner, der 1945 mit seinen Eltern als Flüchling in die Havelstadt kam, der Schwimmabteilung der BSG Motor Süd angeschlossen und besuchte zugleich die damals in der Havelstadt ansässige Sportschule. Schon bald erfolgte der Wechsel der Abteilung zum ASK und ein Teil ging zur BSG Aufbau. „Ich habe mich schon früh für die Funktionärslaufbahn entschieden“, erinnert sich Marrack. Auch, weil große sportliche Erfolge nicht zu erwarten waren. Bereits ab 1958 fungierte Marrack bei der BSG Aufbau als internationaler Kampf- und Schiedsrichter. Mit seinen fast 79 Jahren wird er auch heute beim Schwimmarten-Mehrkampf des SV Wasserfreunde Brandenburg im Marienbad wieder die Startsignale geben. Und bevor es losgeht wird er mit seiner Frau noch Brötchen für die Kampfrichter und Helfer schmieren.

Mit der Pfeife im Mund und der Stoppuhr in der Hand, begleitete Marrack auch schon den Sieben-Länder- Jugend-Wettkampf 1966 im Volksbad, ein Jahr später den Jugend-Wettkampf in Potsdam oder auch 1988 das dreitägige Verbandstreffen der Schwimmer mit 2500 Teilnehmern im Bad auf dem Marienberg. Auch bei zwei in der Havelstadt stattfindenden DDR-Meisterschaften liefen bei ihm und Wolfgang Gläser die organisatorischen Fäden zusammen.

Nahtlos ging es nach der Wende weiter. Nun im Nachfolgeverein SV Wasserfreunde, er war einer von sieben Gründungsmitgliedern, gehörte Jochen Marrack als Seniorenwart lange dem Vorstand an, betreute zudem das Vereinsheim, und fungierte im Landesschwimmverband 26 Jahre lang als Masterwart. In seiner Sammlung an Auszeichnungen findet sich seit 1998 die Ehrennadel des Landes- Sport-Bundes in Gold und im Jahr 2001 gab es bei Manfred Stolpe einen Empfang für Ehrenamtliche, unter denen auch Marrack war.

Mindestens einmal die Woche zieht Jochen Marrack im Marienbad immer noch seine Bahnen und nahm zuletzt auch noch an Masters-Wettkämpfen teil.

Von Marcus Alert

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